Das Museum als Filmstar

Dass das Museum eine wunderbare Kulisse für Filmgeschichten sein kann, wissen wir nicht erst seit dem grandiosen Tatort. Mein Favorit ist zum Beispiel eine Szene aus Skyfall, die in der National Gallery spielt. Zurzeit gibt es zwei neue Filme, in denen das Museum sogar eine Hauptrolle spielt. Auf unterschiedliche, aber sehr eindrückliche Weise wird einem in beiden Produktionen das Museum als magischer Ort vorgeführt. Zweimal Kinovergnügen für alle Kunstliebhaber. Ich habe die Vorführungen sehr genossen! Gleichzeitig ist mir in diesem Zusammenhang noch einmal bewusst geworden, wie wichtig Programmkinos sind. Hier folgen also gleich zwei Filmkritiken für euch!

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Hör mal Kunst!

“Haaaaalloooo!! Guck mal!!! Hier ist was ganz Tolles” – bei offensiver Werbung zucke ich auf Twitter meistens zurück! Aber tatsächlich hat soundtrackery seine Werbebotschaft an die richtige Frau gebracht (gut ein bisschen verschnupft bin ich schon, das ich nur eine von Vielen bin ;-) Nein, im Ernst! Das Buch Soundtracking Kunst von der Kunsthistorikerin Silke Vry und dem Designer Holmer Ehrenhauss ist wirklich eine Bereicherung der an  zündenden Ideen zur Kunstvermittlung nicht gerade reichen Buchlandschaft. Und weil man beim Beltz-Verlag so nett war, mir ein Rezensionsexpemplar zu schicken, konnte ich mich auch genauer einlesen. Hier das Ergebnis meiner Betrachtungen :-)

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Treffpunkt Kunstbuch

Ich sage es direkt vorneweg: ich liebe Kunstbücher (und schreibe sogar manchmal selber welche)! Was kann es Schöneres geben, als an einem entspannten Nachmittag bei König in der Ehrenstraße durch die Regale zu stöbern und die neuesten Expemplare in die Hand zu nehmen. Man lässt sich treiben und auch wenn man noch so viele Bücher zuhause stapelt, die ungelesen sind: am Ende landet dann ein neues Kunstbuch in der Tüte. Warum ich jetzt plötzlich von Kunstbüchern schwärme? Es gibt einen guten Grund und der heißt artbookworld. Eine noch in der Beta-Phase befindliche Plattform, die der Kerber-Verlag jüngst ans Laufen gebracht hat. Ein Konzept, in dem einiges Potential steckt.

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Die Kunst der Vermittlung

“Was bedeutet für euch ein offenes Museum?” So lautete der Anstoß zur Blogparade des LWL Museums für Kunst und Kultur in Münster. Ich nahm den Impuls auf und habe mich noch einmal meinem Herzensthema gewidmet: der Kunst der Vermittlung. Denn Offenheit manifestiert sich für mich nicht nur in baulichen Gegebenheiten. Die sind auch wichtig, denn nichts ist einladender als ein Gebäude, das die Menschen ohne große Hürden und Barrieren willkommen heißt. (Da hat das LWL Museum vorbildlich mit seiner Architektur der Höfe in die Stadt gestrahlt). Mindestens ebenso wichtig ist jedoch auch die Offenheit im Geiste. Sprich, die Bereitschaft, sich Meinungen und Bedürfnissen gegenüber zu öffnen. Warum ich dabei auch an eine besondere Art der Angebote denke und was das mit Design zu tun haben könnte, das möchte ich gerne in diesem Beitrag besprechen.

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August Macke

Am 4.9. trifft er bei Chalon noch auf seinen Schwager Walter Gerhardt. In einem Brief vom 11.9. an seine geliebte Frau Elisabeth schreibt August Macke, dass er nicht wirklich damit rechnet, heil aus dem Krieg zurückzukommen. Am 20.9. erhält er das Eiserne Kreuz, welches er umgehend nach Hause schickt und in seinem letzten Brief bittet er um warme Socken und Schokolade. Am 26.9.1914 fällt einer der wichtigsten Vertreter der Avantgarde-Kunst in Deutschland bei Perthes-les-Hurlus in der Champagne durch einen Kopfschuss dem 1. Weltkrieg zum Opfer.

August Macke

August Macke, Abschied, 1914 Museum Ludwig Quelle: Wikipedia

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Mein Kulturtipp für Köln

Tanja hat zu einer Blogparade aufgerufen, in dem sie um meinen Kulturtipp bat. Und ich hab einen fantastischen für Köln. Also eigentlich hätte ich jede Menge für euch. Aber es fügt sich gerade wunderbar, dass diese und nächste Woche zwei Ausstellungen in Köln eröffnen, die ihr unbedingt sehen solltet. Das Wallraf-Richartz-Museum zeigt “Die Kathedrale” ab dem 26.9. und kurz darauf (ab dem 2.10.) wird im Museum Ludwig “Ludwig goes Pop” anlaufen. Beides wirkliche Highlights für den Kunstherbst! Im Folgenden lest ihr also einige Argumente, warum der Ausflug nach Köln unbedingt lohnt! Mein Kulturtipp in zwei Schritten.

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LWL Museum für Kunst und Kultur eröffnet

OFFEN! Mit großen Lettern vor dem Hintergrund der großartigen Architektur werben Plakate deutschlandweit für die Eröffnung des LWL Museum für Kunst und Kultur in Münster. Eine wahre Landmarke der Museumsarchitektur wird heute eröffnet. Ich war am Mittwoch schon einmal dort und konnte staunen. Was mir aufgefallen ist und warum ihr auch unbedingt mal hinfahren solltet, lest ihr in diesem Beitrag.

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Fassade des Museums mit einer Installation von Otto Piene: “Silberne Frequenz”

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Lustwandeln im Schlossgarten

Heute ist die App “Schlosspark Nymphenburg” der Bayerischen Schlösserverwaltung auf dem Markt erschienen und verspricht “Lustwandeln im Schlossgarten” – ein verheißungsvoller Anfang, wie ich finde. Und da ich von Tanja wusste, wie viel Liebe und Engagement in diese Applikation geflossen ist, hab ich sie mir natürlich sofort im App Store heruntergeladen. Und bin ein wenig Gelustwandelt! Ja, das kann man auch, wenn man gerade nicht in Nymphenburg vor Ort ist! Und dafür gibt es von mir schon mal das erste Sternchen!

Anfang

Es ist wirklich eine schöne App geworden, die aufgeräumt daherkommt. Will heißen: die Benutzerfreundlichkeit ist absolut gegeben. Mein persönlicher Favorit ist der Zurückbutton! Denn wie oft hat man schon erlebt, dass man sich in einer komplexen App-Struktur verliert! Außerdem ist es Tanja Praske und ihren Kollegen gelungen, die Fülle an Informationen in goutierbare Häppchen zu verpacken. Weiterführende Informationen wie Links, Bedienungsanleitung aber auch Aktuelles und Feedback sind an einem extra Menüpunkt gesammelt. Dafür gibt es von mir noch ein Sternchen!

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Die Texte der App kann man sich auch vorlesen lassen – also hat man hier einen schönen Audioguide in der Tasche! Sprachlich sind sie zwar durchaus kunsthistorisch motiviert, aber zwischendrin gibt es immer eine direkte Ansprache des Nutzers. “Erkennen Sie die kunstvolle Wandlung vom Kanal zum Bach?” Vor jeder Station erscheint zunächst der Gartenarchitekt Skell und man hört einen O-Ton vom Hofgartenmeister. Ein schönes Gimmick, das man aber auch überspringen kann, wenn man sofort zum Geschehen kommen will. Abwechslungsreich, alle wichtigen Infos verständlich verpackt, so macht auch das Lesen der Infos Spaß. Hierfür geb ich das nächste Sternchen.

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Und der Gamification-Aspekt? Nach dem wird ja bei jeder neuen App sofort gefragt. Manches Mal finde ich den ja auch etwas bemüht. Ich muss zugeben, das kleine Quiz zum Schlossgarten und seinen Bauten ist keine große Gamer-Herausforderung. Muss es auch nicht sein. Mir gefällt es, dass man auch ohne großartiges Nachsitzen die Fragen beantworten kann. Und zumindest eines hat das Team aus Vermittlungssicht auf jeden Fall erreicht: dass man genauer hinsieht bzw. sich ein paar Fakten einfach besser merkt. Niederschwellig und charmant gelöst das Ganze. Denn man kann sich auch noch eine kleine Urkunde per Mail zusenden lassen!  Dafür einen Stern von mir! Und? Habt ihr mitgezählt? Das sind jetzt schon vier Sterne! Das fünfte Sternchen gibt es hierfür:

OptokopterUnter jedem Stationenpunkt gibt es weiterführende Infos. Bildergalerien, Audio-Schnipsel mit Interviews, ganze Videos und vor allem einen Oktokopter-Flug über das Gelände. Das macht wirklich Laune, man bekommt einen schönen Überblick! Und es ist etwas völlig anderes als eine Animation. So konnte ich hier an meinem heimischen Schreibtisch im Rheinland wirklich einen kleinen Moment bayerische Schlösserpracht erleben.

Natürlich bietet die App noch eine ganze Reihe von Features, die nur vor Ort zu erleben sind. Und das ist auch gut so! Schließlich sollen ja die Besucher vor Ort angesprochen werden. Wie die Augmented Reality Applikation funktioniert und welchen Mehrwert die Infos über QR-Codes bieten werden, das kann ich ja dann alles einmal testen, wenn es mich hoffentlich bald mal wieder in den Süden unserer Republik zieht.

Herzlichen Glückwunsch, Tanja, an dich und deine Kollegen zu dieser gelungenen und schönen App. Ich wünsche euch viele Nutzer und großen Erfolg damit!

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Lesung im Sonnenstudio

In letzter Zeit treibt es mich von der bildenende Kunst immer wieder in Richtung Literatur. Und ich habe beschlossen, häufiger mal auf Lesungen zu gehen. Denn da werden Bücher lebendig! Ich find es schön, Autoren zu treffen. Aber noch spannender find ich es, wenn sie einem Einblick in ihren kreativen Schaffensprozess gewähren. Und deswegen war die Lesung von Ulrike Anna Bleier im Ehrenfelder Sonnestudio auch eine ganz besondere. Denn die  Edition “Zwölf Farben” des rhein-wörtlich Verlags stiftet die Autoren jeweils zu einer kleinen “Poetologie” über ihren veröffentlichten Text an. Warum wir im Sonnenstudio waren und was das alles mit Lüge und Wahrheit zu tun hat, lest ihr hier.

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Remembering Rembrandt

Remembering Rembrandt! Das kann kein Zufall sein! Ich habe mein Kulturtussi-Blog im Rembrandt Jahr 2006 begonnen! Und jetzt war er bei mir zu Besuch! Also natürlich nicht der echte ;-) Der ist ja immerhin schon vor 345 Jahren gestorben. Aber diese wundervolle Kopie, die mir von der Alten Pinakothek München überlassen wurde. Einzige Bedingung: ich sollte Rembrandt meine Welt zeigen. Was ich mit dem Kerl alles erlebt habe und warum aus meiner Sicht diese wundervolle Social Media Kampagne einen Preis verdient hat, lest ihr in diesem Beitrag.

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